Wespen sind Nützlinge
Viele Menschen empfinden Wespen als lästig. Doch von den über 600 Wespenarten in Mitteleuropa werden nur die Gemeine und die Deutsche Wespe von Süssgetränken oder Fleisch angezogen. Die anderen Wespen meiden unsere Nähe und können höchstens im unmittelbaren Nestbereich angriffslustig werden. Wespen sind sehr nützlich und effiziente Insektenjäger: Sie wirken bei der Blütenbestäubung mit und sind natürliche Schädlingsbekämpfer. Ein einziges Wespenvolk kann pro Tag bis zu 5'000 Fliegen oder andere Insekten vertilgen.
Umsiedlung oder Bekämpfung?
Oft reichen einfache Schutzmassnahmen, um zu verhindern, dass ein Nest zu Störungen führt. Grundsätzlich lässt sich das zeitlich begrenzte "Zusammenleben" meist arrangieren.
Gründe für einen Verbleib
- zeitlich begrenzt
- keinen Schaden für die Natur (Bekämpfungen können je nach Wirkstoff zu erheblichem Schaden beitragen)
Gründe für eine Umsiedlung
- Nest befindet sich an einem Standort, wo sich Mensch und Tier öferts in die Quere kommen, z.B. im Bereich des Eingangs zu Haus / Wohnung, Storenkasten über Balkontüre
- Im Umfeld des Nestes hat es Menschen, die allergisch (nachweislich) auf Wespen- oder Hornissenstiche reagieren
- Im Umfeld von Kleinkindern (je nach Wespenart)
In diesem Fall wenden Sie sich an eine Fachstelle für Wespenumsiedlungen z.B. Faltenwespe
Ist eine Umsiedlung nicht möglich - beispielsweise wenn das Nest nicht zugänglich ist - beauftragen Sie eine Schädlingsbekämpfungsfirma, legen Sie nicht selbst Hand an! Der Einsatz von Insektiziden ist kostspielig und kann gefährlich sein. Die Giftstoffe haben oft eine lang andauernde Wirkung uns sind nicht nur für Insekten toxisch, sondern auch für Haustiere, Fledermäuse und Singvögel. Auch für den Menschen sind gesundheitliche Schäden nicht auszuschliessen.
Tipps zum Umgang mit Wespen
- Keine hektischen Bewegungen, wenn Wespen in der Nähe sind
- Decken Sie Obst, Kuchen, Säfte und Fleischwaren ab, wenn sie stehen bleiben
- Vergewissern Sie sich vor dem Trinken aus Flaschen, Gläsern und Getränkedosen, dass sich kein Insekt hinein verirrt hat
- Achten Sie bei frischem Obst, ob sich eine Wespe darauf befindet. Beim Verzehr könnte es zu einem Stich in Mund oder Rachen kommen
- Die Flugbahn zum Einflugloch des Nestes nicht verstellen und nicht in mögliche Einfluglöcher stochern
Weitere Informationen: Umweltberatung Luzern