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Kriens beschliesst Solarstrategie: Stadteigene Gebäude werden zu Stromproduzenten

Der Stadtrat hat seine Photovoltaik-Strategie verabschiedet und setzt damit ein klares Zeichen für eine nachhaltige Energiezukunft. Ziel ist es, das Potenzial stadteigener Gebäude für die Solarstromproduktion in Zukunft konsequent zu nutzen und damit einen zentralen Beitrag zur Erreichung der Netto-Null-Ziele bis 2045 zu leisten. Ein erstes Projekt wurde bereits auf der Schulanlage Krauer erfolgreich umgesetzt – die Stadt trat dabei erstmals als Bauherrin und Investorin der PV-Anlage auf.

Kriens gehört zu den Vorreitergemeinden in der kommunalen Klimapolitik. Seit 1997 engagiert sich Kriens als Energiestadt für eine nachhaltige Energiepolitik. Ende 2024 erhielt die Stadt Kriens die wichtige Auszeichnung: «Energiestadt Gold». Dieser Meilenstein wurde unter anderem durch den Planungsbericht Energie und Klima ermöglicht. Dieser Bericht definiert das Ziel, bis 2045 klimaneutral zu werden. Er bildet die Grundlage für die nun beschlossene Photovoltaik-Strategie.

«Die Strategie fokussiert auf die stadteigenen Liegenschaften und sieht vor, dass die Stadt künftig vermehrt, selbst in Photovoltaik-Anlagen investiert und diese auch eigenständig betreibt», erklärt Stadtrat Roger Erni. Bisher wurden Anlagen ausschliesslich im Contracting realisiert – das heisst, externe Partner bauten und betrieben die Anlagen. Diese Lösung schränkte jedoch die Nutzung des produzierten Stroms und das wirtschaftliche Potenzial für die Stadt stark ein. Künftig sollen bestehende Contracting-Anlagen nach Vertragsende übernommen oder – wenn möglich – frühzeitig zum Restwert zurückgekauft werden. «Damit gewinnt die Stadt ihre Handlungsfähigkeit zurück und kann den lokal erzeugten Strom gezielt nutzen», sagt Roger Erni weiter. 

Pilotprojekt beim Krauer-Schulraummodul
Ein erstes Beispiel für die neue Strategie wurde im Frühjahr 2025 beim Modul Krauer umgesetzt. Auf dem dortigen Gebäude installierte die Stadt Kriens eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 41 kWp. Sie produziert jährlich rund 30'000 bis 40'000 kWh Strom, was etwa zehn Prozent des Gesamtverbrauchs des Schulareals entspricht. Dank des hohen Eigenbedarfs – insbesondere durch das Hallenbad – können rund 90 Prozent der erzeugten Energie direkt vor Ort genutzt werden. Die Anlage wurde Ende April 2025 in Betrieb genommen und markiert einen wichtigen Meilenstein: Erstmals trat die Stadt als Bauherrin und Investorin auf und übernahm damit die volle Verantwortung für Planung, Finanzierung und Betrieb der Anlage.

Die Photovoltaik-Strategie ist eingebettet in die Netto-Null-Strategie für die städtischen Immobilien, die drei zentrale Themenfelder umfasst: Energieeffizienz, Dekarbonisierung und Eigenstromerzeugung. Neubauten und Sanierungen sollen nach neuesten Standards umgesetzt werden, um den Energieverbrauch zu senken. Die Wärmeversorgung wird sukzessive auf erneuerbare Energien umgestellt. Und die Eigenstromerzeugung durch PV-Anlagen wird gezielt ausgebaut – nicht zuletzt, weil die solare Einstrahlung auf dem Stadtgebiet die ergiebigste Energiequelle darstellt. Die Stadt setzt solche Projekte vorbildlich um und nimmt so ihre gesetzlich verankerte Vorbildfunktion wahr. Sie versorgt ihre Gebäude und Anlagen mit einem möglichst hohen Anteil erneuerbarer Wärme (und Kälte) und mit einem erneuerbaren und ökologischen Strommix. 

Potenzial so weit möglich nutzen
Die Stadt nutzt ihr PV-Potenzial, soweit dies technisch möglich und wirtschaftlich vertretbar ist. Massnahmen zur Verbesserung der technischen Realisierbarkeit und Wirtschaftlichkeit werden laufend geprüft und bei positiver Bewertung umgesetzt. PV-Anlagen, Speicherlösungen und weitere Komponenten sollen bei Neubauten und Sanierungen standardmässig mitgeplant und über Projektkredite finanziert werden. Andere Investitionsmodelle kommen nur dann zum Einsatz, wenn sie über den gesamten Lebenszyklus Vorteile für die Stadt bringen. Gemäss Aufgaben- und Finanzplan (AFP) 2026-2029 ist vorgesehen, dass pro Jahr eine zusätzliche Anlage installiert werden soll.

Mit der Photovoltaik-Strategie übernimmt Kriens Verantwortung – ökologisch, ökonomisch und gesellschaftlich. Die Stadt zeigt, wie kommunale Immobilien zur Energiewende beitragen können und wie lokale Lösungen die globale Herausforderung des Klimawandels konkret angehen. Die Umsetzung erfolgt durch das Finanzdepartement in Zusammenarbeit mit dem Bau- und Umweltdepartement. Eine Machbarkeitsstudie wird die stadteigenen Liegenschaften hinsichtlich ihres PV-Potenzials analysieren und priorisieren. Daraus entsteht ein konkreter Fahrplan für die Ausrüstung mit Solaranlagen und die Optimierung der Eigenstromnutzung.

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