Navigieren in Kriens

Wichtiges Miteinander von Siedlungsgebiet und Landwirtschaft

Die Ortsplanungsrevision berücksichtigt verschiedene Interessen für eine qualitative Entwicklung. Eine wichtige Rolle spielen dabei die 45 Landwirtschaftsbetriebe.

Kriens hat ein urban geprägtes Erscheinungsbild. Wer sich auf den Hauptverkehrsachsen durch Kriens bewegt, wähnt sich in einer dicht besiedelten Stadt. So manche sind deshalb überrascht, wenn sie erfahren, dass um den dicht bebauten Siedlungskern sowie auf ein, zwei «Inseln» mittendrin über 40 landwirtschaftliche Betriebe wirtschaften. Zwar ist die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe in Kriens – wie im gesamtschweizerischen Trend in den letzten Jahren – gesunken, doch die Landwirtschaftsfläche ist gewachsen. Heute bewirtschaften 45 Betriebe eine Fläche von 810 Hektaren.

Schaffung von Ökoflächen

Die Landwirtschaft sowie Landwirtinnen und Landwirte spielen für die qualitative und nachhaltige Entwicklung der Stadt Kriens eine wichtige Rolle. So setzen die Krienser Landwirtschaftsbetriebe seit 2011 zahlreiche Massnahmen zugunsten der Natur um. Dazu gehören die Schaffung neuer Ökoflächen, die Aufwertung von Hecken, die Pflanzung von Einzel- und Obstbäumen, das Anlegen von Kleinstrukturen wie Ast-, Stein- und Wurzelstockhaufen oder die Montage von Nistkästen für Vögel. All das trägt zu einem attraktiven Lebens- und Erholungsraum bei, von dem alle profitieren. Mit zehn biologisch wirtschaftenden Betrieben ist der Anteil mit 22 Prozent in Kriens zudem doppelt so hoch wie im ganzen Kanton Luzern.

Gegenseitige Rücksichtnahme

Die Nähe von Landwirtschafts- und Siedlungsgebiet führt aber auch zu Nutzungskonflikten. Vor allem bei den wärmer werdenden Temperaturen im Frühling ist das spürbar. Während für Landwirtinnen und Landwirte eine arbeitsintensive Zeit beginnt, lockt das schöne Wetter mehr «Erholungssuchende» zu Fuss, auf Velos, mit Hunden, allein oder in Gruppen ins Freie. Begegnungen zwischen Freizeit und Landwirtschaft verlaufen nicht immer mir der dafür notwendigen gegenseitigen Rücksichtnahme. Trotz der räumlichen Nähe zum Landwirtschaftsraum sind grundsätzliche Regen, wie das Schonen von nicht gemähten Wiesenflächen, die Hundeversäuberung oder den Verzicht auf das für Nutztiere gefährliche Littering nicht allen Erholungssuchenden bekannt.

Potentielle Konflikte erkennen

Im Rahmen der Stadtentwicklung können die potenziellen Konflikte nicht gelöst werden. Durch den Einbezug verschiedener Interessengruppen können sie aber frühzeitig erkannt und berücksichtigt werden. Bei der Erarbeitung des Räumlichen Entwicklungskonzepts wurden das gemacht. Auch bei den Arbeiten rund um die Ortsplanungsrevision werden die landwirtschaftlichen Interessen mitgenommen. Denn eine gehaltvolle Entwicklung der Stadt Kriens bedingt ein erfolgreiches Miteinander von Siedlungs- und Landwirtschaftsgebiet.

zur Liste

real estate