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Kriens startet eine Bevölkerungs-Umfrage

Sind es mehr Sitzbänke, längere Öffnungszeiten der Verwaltung, mehr Mitsprachemöglichkeiten oder mehr Parkplätze? Für die Stadt Kriens ist es wichtig zu wissen, was den Menschen wichtig ist. Im Mai 2023 wird deshalb eine repräsentative Befragung durchgeführt. Die anonym erhobenen Ergebnisse sollen in die zukünftige Arbeit von Stadtrat und Verwaltung einfliessen.

Das war 2013: Ergebniskonferenz von «Wir sind Kriens» in der Krauerhalle Kriens

Vor 10 Jahren hatte Kriens mit der Grossgruppenveranstaltung «Wir sind Kriens» letztmals strukturiert den Puls bei der Bevölkerung gemessen. Viele Ideen und Anregungen wurden damals gesammelt. Zahlreiche Anliegen, die damals auf Flipcharts und Ergebnislisten aufgeführt wurden, konnten in der einen oder anderen Form angegangen werden. So etwa wurden damals Themen wie «mehr altersgerechte Wohnformen», «Zentrum aufwerten», «Offenheit für fremde Kulturen schaffen», «Über Gemeindegrenzen hinausdenken» oder «Schule und Betreuung stärken» aufgeführt. Andere Themen stehen noch immer im Raum: «Aufenthaltsqualität steigern», «an den eigenen Stärken orientieren» oder «Verkehr entflechten».

In einer zweiten Umfrage hatte die Stadt Kriens in Zusammenhang mit der Überarbeitung des «Kriens Info» im Jahr 2019 weitere Grundlagendaten erhoben zum Mitteilungsblatt der Stadt.                                     

Umfrage im Mai 2023

In beiden Umfragen wird jetzt im kommenden Mai der Faden wieder aufgenommen. Zum einen sollen so Vergleichswerte geschaffen werden. «Wir wollen aber vorallem herausfinden, wo sich Bedürfnisse, Meinungen und Einschätzungen im Verlaufe der Zeit verändert haben», sagt Stadtpräsidentin Christine Kaufmann-Wolf. Die Umfrage will die Zufriedenheit und das Wohlbefinden der Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Kriens mit ihrem Wohnort messen und Verbesserungs- und/oder Entwicklungspotenzial aufzeigen. «Die Welt um uns herum verändert sich. Und so mit Sicherheit auch die Bedürfnisse der Menschen.» Die Stadt wolle deshalb in erster Linie zuhören. «Uns interessiert die Meinung, denn sie alle ergeben in der Summe das Gesamtbild,» sagt Christine Kaufmann. Und sie sagt das sehr bewusst: «Wir wollen ein ehrliches Gesamtbild. Deshalb haben wir uns für einen Weg entschieden, der die volle Anonymität zulässt.» Die Stadt selber werde nur das Gesamtergebnis kennen. Durch die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Unternehmen sei diese Anonymität garantiert.

3'500 Personen

Rund 3'500 Einwohnerinnen und Einwohner werden in den kommenden Tagen persönlich angeschrieben. Sie erhalten mit einem persönlichen Brief den Zugangscode zur Bevölkerungsumfrage 2023. Die Umfrage wird im Prinzip digital durchgeführt. Für Angeschriebene ohne Internet-Zugang kann der Fragebogen auf dem Stadtbüro auch in gedruckter Form im Stadtbüro abgeholt werden. Oder es stehen zu den ordentlichen Öffnungszeiten Mitarbeitende zur Verfügung, die beim digitalen Ausfüllen auf einem Computer im Stadthaus unterstützen.

Die Auswahl der befragten Personen erfolgte nach dem Zufallsprinzip. Berücksichtigt werden sollen möglichst alle Bevölkerungsschichten, Altersgruppen und Quartiere. «Wir sind dankbar, wenn möglichst viele der Angeschriebenen sich die Zeit nehmen, um den Fragebogen auszufüllen», sagt Christine Kaufmann. «Je höher der Rücklauf ist, desto breiter abgestützt und damit desto wertvoller ist für uns die Rückmeldung.»

Das Verfahren ist umfragetechnisch weit verbreitet und eine gängige Alternative zu einer für alle offenen Umfrage via Internet. Insbesondere vermeidet sie eine Verfälschung der Ergebnisse durch überproportional stark teilnehmende Interessengruppen.

20 Themen, 30 Minuten

Das Ausfüllen des Fragebogens dauert rund 25-30 Minuten und umfasst spontane Einschätzungen zu 20 verschiedenen Themen. Die Antworten laufen zentral zusammen und werden dann von Profis ausgewertet. Bei dieser Auswertung zählen nicht nur die effektiven Werte. Sie zieht den Vergleich der Resultate mit dem Schweizer Durchschnitt (Benchmark) sowie den Einfluss eines abgefragten Themas/Aspektes auf die Gesamtzufriedenheit mit ein. Durch die kombinierte Betrachtung der Resultate über alle drei Ebenen/Perspektiven lassen sich diejenigen Bereiche identifizieren, durch welche sich die Zufriedenheit am effektivsten verbessern lässt.

Ergebnisse gegen Jahresende

Die Ergebnisse aus der Umfrage werden gegen Ende 2023 erwartet und wieder öffentlich kommuniziert. Sie dienen dem Stadtrat und der Verwaltung als Grundlage für die tägliche Arbeit.

Insbesondere werden sie auch in die Entwicklung der Legislaturziele 2024 – 2028 einfliessen. In den Legislaturzielen 2020 – 2024 (kriens.ch/ziele2024) liegt der Ursprung der jetzt bevorstehenden Bevölkerungsumfrage. Eine solche hatte sich der Stadtrat nämlich vorgenommen als Standortbestimmung. Die Ergebnisse sollen mithelfen, die Schwerpunkte der Stadtentwicklung für die kommenden Jahre zu überprüfen, zu schärfen oder – je nach Ergebnissen – neu auszurichten. «Für uns ist es wichtig, für die Planung der Investitionen und Arbeitsschwerpunkte die Bedürfnisse der Menschen zu kennen,» sagt Christine Kaufmann. «Die Umfrage ist ein Weg unter mehreren, wie wir zu wichtigen Erkenntnissen kommen.»

Bildergalerie der letzten «Bevölkerungsbefragung»: «Wir sind Kriens»

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