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Stadt Kriens will Ergebnisse der Autobahn-Testplanung konkretisieren

Die Stadt Kriens will den eingeschlagenen Weg zu einer städtebaulich verträglichen Lösung der Autobahn A2 mit Bund, Kanton und LuzernPlus fortsetzen. Noch bevor am 12. Januar 2024 der Schlussbericht offiziell vorgestellt wird, unterbreitet der Stadtrat dem Einwohnerrat für die Sitzung vom 25. Januar einen Sonderkredit für das Budget 2024 in der Höhe von 640'000 Franken.

Beim «Blick in die Werkstatt» wurde ein erster Einblick ermöglicht (Bild). Jetzt haben die drei Teams ihre abschliessenden Ergebnisse aufgearbeitet. Der Einwohenrrat wird Ende Jahr über einen Sonderkredit für die zweite Etappe entscheiden.

Der Bund plant, mit zwei zusätzlichen Tunnelröhren durch den Sonnenberg das Gesamtverkehrssystem im Grossraum Luzern zu entlasten und damit auch einen Flaschenhals auf dieser wichtigen europäischen Nord-/Süd-Verbindung zu beseitigen. Die Stadt Kriens setzt sich seit einigen Jahren dafür ein, dass die Realisierung dieses «Bypass-Systems» auch als Chance genutzt wird, die Autobahn auf ihrem Stadtgebiet siedlungsverträglicher zu gestalten. Sie geht davon aus, dass die zwei weiteren Tunnelröhren durch den Sonnenberg auch Mehrverkehr bringen. Dieser wird zwischen dem heutigen Sonnenberg-Tunnelportal und dem Tunnel Schlund über rund 900 Metern offen durch das Siedlungsgebiet geführt. Diese städtebauliche Wunde will Kriens schliessen.

Im Auftrag des Stadtparlamentes

Der Entscheid im Plangenehmigungsverfahren für den Bau der Tunnelröhren ist ausstehend. Die Stadt Kriens hat wie rund 90 andere Privatpersonen, Organisationen oder Behörden mit einer Einsprache auf Schwachstellen des aktuellen Projektes hingewiesen und Nachbesserungen verlangt. Der Krienser Einwohnerrat hat diesen Weg über alle Parteien hinweg unterstützt.

Konstruktiver Dialog

Auf Vermittlung des Kantons Luzern setzten sich der Bund (Bundesamt für Strassenbau ASTRA) und die Stadt Kriens zusammen mit dem Regionalen Entwicklungsträger LuzernPlus an den Tisch. Dabei war es der Stadt Kriens offensichtlich gelungen, ihre grundsätzlich konstruktive Haltung zu dokumentieren. Sie will nicht den Bypass im Sonnenberg verhindern, sondern will eine bessere Lösung für die negativen Auswirkungen der Autobahn im Siedlungsgebiet. Im Rahmen dieses lösungsorientierten Dialogs einigten sich die Projektpartner darauf, in einem Testplanungsverfahren drei interdisziplinäre Teams damit zu beauftragen, Visionen zu entwickeln, wie diese «siedlungsverträgliche Gestaltung des Autobahnraumes» aussehen könnte.

Die Ergebnisse dieses Testplanungsverfahrens werden am 12. Januar 2024 offiziell vorgestellt und können danach in einer Ausstellung besichtigt werden (hier für Rundgang anmelden). Bereits jetzt unterbreitet der Stadtrat dem Stadtparlament für die Sitzung vom 25. Januar 2024 ein weiteres Geschäft dazu: Einen Sonderkredit in der Höhe von 640'000 Franken. «Wir wollen ein verlässlicher Partner sein für Bund, Kanton und LuzernPlus. Deshalb unterbreiten wir dem Stadtparlament dieses Vorhaben zum frühestmöglichen Zeitpunkt», sagt Stadtpräsidentin Christine Kaufmann-Wolf. Die Mitglieder des Stadtparlamentes erhalten zudem die Möglichkeit, sich mit einem eigens für sie organisierten Besuch der Ausstellung ein Bild zu machen von den Ergebnissen der Testplanung.

Sonderkredit schafft Verbindlichkeit

Der jetzt dem Parlament vorliegende Sonderkredit soll dazu dienen, aus den Visionen der Testplanung ein konkretes Projekt zu entwickeln. Bund und Kanton wollen sich mit dem gleichen Betrag ebenfalls an der Konkretisierung der Ideen engagieren. «Das ist ein gutes Zeichen dafür, dass wir im bisherigen Projektverlauf ein konstruktives Gesprächsklima entwickeln konnten, in dem Kriens nicht Bittstellerin, sondern gleichwertige Projektpartnerin ist,» sagt Christine Kaufmann-Wolf.

Der nächste Verfahrensschritt soll die Jahre 2024 und 2025 umfassen. Vertiefungsstudien soll zeigen, was an der Autobahn und am direkten Umfeld an baulichen Massnahmen nötig ist, um die angestrebten Ziele zu erreichen. Dazu soll auch die Kostenfrage und die Finanzierungsregelung geklärt werden. Letztlich dient diese zweite Phase auch der Verbindlichkeit, indem planungsrechtliche Fragen geklärt und die Anpassungen in übergeordnete Planungsinstrumente (Kantonaler Richtplan und Ortsplanungsrevision Kriens) eingebracht werden. Christine Kaufmann-Wolf: «Eine politische Debatte braucht erhärtete Fakten. Diese wollen wir jetzt in der zweiten Phase schaffen.» Am Schluss wird der Krienser Einwohnerrat über ein Projekt beschliessen.

Das Geschäft im Einwohnerrat (folgt)

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