Wärmeverbund Kriens
Die Stadt Kriens hat, unter Berücksichtigung der Referendumsfrist bis Ende Januar 2026, der Fernwärme Luzern AG die Konzession für einen neuen Wärmeverbund erteilt – ein zentraler Meilenstein auf dem Weg zur Erreichung der Klimaziele. Details zur Konzessionsvergabe sind hier verfügbar:
Die Fernwärme Luzern AG ist ein Zusammenschluss der ewl Energie Wasser Luzern Holding AG als Geschäftsführerin und Hauptaktionärin, dem Gemeindeverband REAL Recycling Entsorgung Abwasser Luzern und den Gemeinden Emmen, Buchrain, Ebikon und Root. Eine mögliche Beteiligung der Stadt Kriens an dieser Aktiengesellschaft wird in den nächsten Phasen geprüft.
Der geplante Wärmeverbund wird ein grosses Siedlungsgebiet erschliessen – vom Obernau im Westen über den Stadtkern bis zum Kupferhammer im Osten. Fossile Heizsysteme können durch eine sichere, lokale und umweltfreundliche Fernwärmelösung ersetzt werden. Das Fernwärmenetz wird etappenweise ausgebaut. Ein verbindlicher Meilensteinplan (gemäss Abbildung) definiert die einzelnen Realisierungsschritte. Zum jetzigen Zeitpunkt kann davon ausgegangen werden, dass ab Herbst 2028 erste Gebiete in Kriens-Obernau erschlossen werden.

Die Umsetzung startet mit dem Bau einer Holzheizzentrale im Rainacher im Obernau. Zeitgleich beginnt dort der Bau des Fernwärmenetzes. Als Brennstoff dient regionales Holz, das über die IG Holzenergie Kriens bezogen wird. Die Anlieferung des Holzes ist über die Zufahrt via Rengglochstrasse vorgesehen, die nicht durch Wohnquartiere führt. Im Verlauf des Jahres 2026 ist zum Bau der Holzheizzentrale ein Informationsanlass für die Bevölkerung geplant.
Die Holzheizzentrale im Rainacher wird rund 50 bis 70 Prozent des Wärmebedarfs im Konzessionsgebiet abdecken. Ab 2035 soll in einer zweiten Phase ein weiterer erneuerbarer Energieträger zur Verfügung stehen. Die sogenannte Bypass-Verbindung ermöglicht es, zusätzliche Wärmeenergie aus dem erstellten Fernwärmenetz vom Littauer Boden über den Werkleitungskanal des neuen Bypass-Autobahntunnels nach Kriens zu transportieren. Diese Lösung hat sich bei eingehender Prüfung als vielversprechende Option erwiesen.
Bereits bei Betriebsbeginn stammen mindestens 75 Prozent der gelieferten Wärme aus erneuerbaren Quellen. Ab 2030 sind es mindestens 90 Prozent, ab 2045 ist eine vollständig klimaneutrale Versorgung vorgesehen. Diese Zielwerte sind im Konzessionsvertrag verbindlich geregelt.
Weiter verpflichtet sich die Fernwärme Luzern AG zu einer marktgerechten Preisgestaltung. Eigentümerinnen und Eigentümer profitieren von individueller Beratung zu Übergangslösungen, wenn Heizsysteme ersetzt werden müssen, bevor ein Anschluss verfügbar ist. So bleibt der Umstieg planbar und wirtschaftlich tragbar.
Weitere Infos finden Sie unter: https://www.ewl-luzern.ch/energie/erneuerbare-waerme/waermeverbund-kriens