Wir legen gemeinsam fest, wie sich Kriens entwickeln soll
Im Interview zeigt Stadtrat und Bauvorsteher Maurus Frey auf, wie wichtig die laufende Ortsplanungsrevision für die Weiterentwicklung der Stadt Kriens ist und welches die wichtigsten inhaltlichen Weichenstellungen sind.
In der letzten Ausgabe von Kriens Info (Nr. 9) hat Stadtpräsidentin Christine Kaufmann-Wolf die Bedeutung des Stadtentwicklungskonzepts (STEK) betont. In welchem Zusammenhang steht das STEK zur Ortsplanungsrevision?
Die Raumplanung und die Ortsplanungsrevision schaffen die Voraussetzungen und den Rahmen, in dem sich das städtische Leben entfalten kann. Das STEK beschreibt, wie wir das städtische Leben innerhalb dieser Rahmenbedingungen gestalten und weiterentwickeln wollen. Anders gesagt: Die Ortsplanung ist die «Hardware», das STEK die «Software». Beides hängt eng zusammen und muss aufeinander abgestimmt werden.
Die Ortsplanungsrevision nimmt viel Zeit in Anspruch. Weshalb ist dieses Projekt für Kriens so wichtig?
Unsere Stadt ist innert kurzer Zeit rasant gewachsen und steht vor grossen Herausforderungen. Damit Kriens diese erfolgreich meistern und ihr volles Potenzial als lebenswerte Stadt ausschöpfen kann, braucht es eine solide Basis. Diese schaffen wir mit der Ortsplanungsrevision: Gemeinsam legen wir fest, wie sich Kriens entwickeln soll.
Wie unterscheidet sich diese Revision von früheren Planungsprozessen?
Das Vorgehen unterscheidet sich nicht gross von früheren Revisionen. Mit dem räumlichen Entwicklungskonzept haben wir eine strategische Basis geschaffen, ähnlich wie beim Siedlungsleitbild 2012. Neu sind jedoch die Rahmenbedingungen: Durch das Einzonungsmoratorium und den starken Fokus auf Innenverdichtung stehen wir heute vor ganz anderen Herausforderungen als noch vor 15 Jahren.
Es werden sogenannte «planungsrechtliche Instrumente» erarbeitet. Was bringen diese der Stadtbevölkerung konkret?
Das sind wichtige Instrumente für die Entwicklung von Kriens. Sie legen fest, wo gebaut werden darf und wo Freiräume erhalten bleiben. Das schützt die Lebensqualität, sorgt für eine sinnvolle Nutzung der Flächen und schafft Planungssicherheit. Ein zentrales Anliegen des Stadtrats ist es, die Aufenthaltsqualität im Stadtraum zu erhöhen und mehr Grünräume zu schaffen. Dafür braucht es eine gute Abstimmung zwischen Siedlung und Verkehr. Dabei werden die Bedürfnisse der Bevölkerung berücksichtigt. Über Sprechstunden, Informationsveranstaltungen und Mitwirkungsverfahren zu konkreten Gesetzesvorlagen können sich die Einwohnerinnen und Einwohner aktiv einbringen und die Entwicklung von Kriens mitgestalten.
Welches sind die wichtigsten inhaltlichen Weichenstellungen?
Die Innenverdichtung ist ein zentrales Thema, besonders im Gebiet Mattenhof. Gleichzeitig möchten wir das Wachstum aktiv lenken, damit die Entwicklung städtischer Infrastrukturen, zum Beispiel Schulhäuser mit dem baulichen Wachstum Schritt halten kann. Zudem werden die Vorgaben des interkantonalen Standards für Baubegriffe übernommen.
Wie kann eine gute Balance zwischen Dichte, Lebensqualität und Erschliessung erreicht werden?
Indem wir bei Bauprojekten auf die öffentlichen Interessen achten. Dazu gehören ein städtebauliches Konzept mit angemessenen Dimensionen, hochwertige Architektur, attraktive Aussenräume oder auch guten Spielplätzen. Die aktuellen Entwicklungen – etwa im neuen Stadtteil Bell – zeigen, dass dies gelingen kann. Wenn wir diese Ansprüche konsequent im ganzen Stadtgebiet anwenden, profitieren alle von mehr Lebensqualität bei wachsender Dichte.
Was ist Ihnen persönlich bei der Ortsplanungsrevision wichtig?
Gerade in den letzten 15 Jahren hat sich Kriens baulich stark verändert. Wir alle – Bevölkerung, Einwohnerrat, Verwaltung und Stadtrat – haben dabei viel dazugelernt. Mir ist es wichtig, dass wir dieses Wissen und diese Erfahrungen jetzt aktiv in unser tägliches Handeln und in die weitere Entwicklung von Kriens einbringen.
Zeitplan wird angepasst
Die Überarbeitung der neuen Planungsinstrumente ist äusserst komplex und erfordert zusätzliche Abklärungen. Damit diese mit der nötigen Sorgfalt und Qualität erfolgen können, wird der Zeitplan der Ortsplanungsrevision leicht angepasst. Die öffentliche Mitwirkung startet voraussichtlich im Sommer 2026.