Hochwasserschutz im Obernau als Gemeinschaftswerk
Die schweizweiten Unwetter im Juni 2024 haben Kriens verschont. Doch sie haben eindrücklich aufgezeigt, wie wichtig der Hochwasserschutz ist. Die Landwirte und Quartierbewohnenden haben sich seit August 2023 intensiv mit dem Schutz entlang der wilden Bäche am Oberlauf vom Krienbach auseinandergesetzt. Nun liegen die ersten Planentwürfe vor. Das Resultat ist ein echtes Gemeinschaftswerk.
Im August 2023 startete der Dialog zum Hochwasserschutz an den Zuflüssen des Krienbach in Obernau. Wer die Pläne von damals neben jene vom Sommer 2024 legt, sieht: Da hat sich einiges getan.
Bestmögliche Kombination gewählt
Zwischen August 2023 und Mai 2024 wurden zahlreiche Lösungsvarianten geprüft und mit den Eigentümern diskutiert. Einige wurden verworfen, andere dank den Hinweisen der betroffenen Landwirte und Quartierbewohnenden vertieft oder neu ausgestaltet. Unterdessen liegt eine Kombination an Lösungsansätzen vor, die möglichst guten Schutz bietet und finanzierbar ist.
Wichtige Schutzmassnahmen können an die Waldränder gelegt werden. Kleinere Murgänge werden dadurch weit oben in so genannten Sammlern und Murgangbremsen abgefangen. Besonders für die grösseren Murgänge und das Oberflächenwasser braucht es auf darunterliegenden privaten Grundstücken zusätzlich Dämme und einen grösseren Sammler, um die darunterliegenden Gebäude zu schützen. «Das bedingt natürlich ein Entgegenkommen der Eigentümer und Eigentümerinnen. Wir sind dankbar, dass sich so viele eingebracht haben. Bei gewissen Ideen habe ich gestutzt, dass wir da nicht selber darauf gekommen sind. Dieser Dialog ist zwar aufwändig, aber echt inspirierend», erzählt der beauftragte Ingenieur Tobias Weiss.
Detailgestaltung zusammen mit den Eigentümerinnen und Eigentümern
Wie hoch und wie breit werden die Dämme sein? Wie sieht so ein Sammler aus? «Die Details sind noch nicht entschieden. Heute wissen wir erst, auf welche Lösungsansätze wir für einen bestmöglichen Schutz setzen und wo wir sie platzieren müssen», erklärt Christoph Knellwolf, der Projektleiter der kantonalen Abteilung Naturgefahren. «Es ist uns bewusst, dass gewisse Eingriffe für die Eigentümer schmerzhaft sind. Genau darum sind sie wichtige Gesprächspartner, wenn wir bis Ende Jahr die Detailgestaltung konkretisieren. Ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam gute akzeptierbare Lösungen finden.»
Wichtiger Beitrag zum Schutz der ganzen Stadt Kriens
Vom Schutz im Obernau profitieren nicht etwa nur die Menschen, Tiere, Wohnhäuser und Landwirtschaftszonen vor Ort. Er ist für ganz Kriens äusserst wichtig. Denn aus dem Einzugsgebiet am Pilatus haben die Bäche schon bedrohliche Wasser- und Schuttmengen in die Stadt transportiert, wie die Unwetter von 2022 zeigten.
«In diesem Dialog haben alle Seiten viel gelernt. Diese enge Zusammenarbeit mit der Bevölkerung und dem Kanton ist für uns eine tolle Erfahrung. Ich möchte im Namen der Stadt allen Mitwirkenden danken», betont der Krienser Bauvorsteher Maurus Frey. «Die wichtigste Erkenntnis mag banal tönen, aber: Wenn viele an einer Lösung mitdenken, kommt es besser heraus.» Bis im Herbst 2024 wird das Vorprojekt erarbeitet. Voraussichtlich im Herbst 2025 liegen die Pläne für das Bauprojekt vor. Diese gehen im Frühjahr 2025 in die Vernehmlassung und liegen anschliessend öffentlich aus.
Alle Informationen zum Projekt samt den Zwischenresultaten und geprüften Varianten finden sich auf der Projektwebseite: www.vif.lu.ch/obernau
Weitere Informationen zum Hochwasserschutz in Kriens: kriens.ch/hochwasserschutz