1'000 neue Bäume für mehr Lebensqualität der Menschen
1'000 neue Bäume sollen die Lebensqualität der Stadt Krienser spürbar verbessern. Diesen Plan unterbreitet der Krienser Stadtrat dem Parlament für die Sitzung vom 2. November 2023. Der Planungsbericht skizziert Massnahmen, wie dieses Ziel bis 2030 erreicht werden soll. In den kommenden vier Jahren sind dafür rund 1 Million Franken vorgesehen.
Über 50 Prozent des Krienser Stadtgebietes sind heute schon bewaldet. Diesen aussergewöhnlichen Wert verdankt die Stadt den weitläufigen bewaldeten Gebieten am Fusse des Pilatus. Bäume erfüllen aber auch im dicht besiedelten Stadtgebiet eine wichtige Funktion für das Stadtklima. Bäume kühlen und beschatten den Stadtraum, reinigen die Luft, sind wichtig für das (unterirdische) Wassermanagement und die Bodenbildung. Mit diesen Funktionen (Ökosystemleistungen) haben Bäume eine zentrale Funktion zur Erhaltung der Artenvielfalt. Dazu nehmen Bäume auch eine wichtige gestaltende Funktion im Stadtraum ein, und sie dienen der Dämpfung des Lärms im dicht besiedelten Stadtraum.
Diese positiven Effekte der Bäume will die Stadt Kriens bewusst zur Steigerung der Lebens- und Aufenthaltsqualität im Zentrum nutzen. Sie spürt - wie viele andere urbane Gebiete auch – die Auswirkungen des Klimawandels immer mehr. In längeren Perioden mit hohen Temperaturen kühlt das Stadtzentrum als Folge der starken Versiegelung nachts kaum mehr richtig aus, was die Aufenthaltsqualität im Zentrum schmälert.
Auf nationaler und kantonaler Ebene wurden deshalb Massnahmenpläne entwickelt. Auf sie stützt die Stadt Kriens ihren Plan ab, bis zum Jahr 2030 insgesamt 1'000 neue Bäume im Siedlungsgebiet zu pflanzen. Mit einem Planungsbericht will der Stadtrat die generelle Meinung und Anliegen des Parlaments abholen. Die Stadt selber sieht das grösste Potenzial zu Baumpflanzungen entlang von öffentlichen Strassen, auf Plätzen und Anlagen, auf Schulanlagen und in Hecken. Massnahmen wie die Erweiterung von Hecken als eigentliche Hotspot der Artenvielfalt, die Entsiegelung von asphaltierten Flächen oder die ökologische Aufwertung der Siedlungsränder sollen zu Baum-Äquivalenten umgerechnet werden und damit ebenfalls zur Zielerreichung beitragen können.
Dabei sieht sich die Stadt gleichermassen in einer handelnden wie auch koordinierenden Rolle. Denn um das ehrgeizige Ziel, in sieben Jahren 1000 neue Bäume zu pflanzen, möchte die Stadt die Bevölkerung miteinbeziehen. Positive Motivation und Anreize sind vorgesehen, nicht aber rechtlich bindende Auflagen, um etwa entlang von Privatstrassen neue Bäume zu pflanzen. «Wir setzen auf Freiwilligkeit und die Überzeugung, dass viele kleine Beiträge in der Summe einen grossen Schritt in Richtung des gemeinsamen Ziels sind.» sagt Stadtrat Maurus Frey. Die Stadt will mit gutem Beispiel vorangehen und etwa auf dem Stadtplatz durch die Pflanzung neuer Bäume und stellenweiser Entsiegelungen einen Anfang machen. «Dass wir da den Stadtplatz zumindest auf einem Teil entsiegeln werden, ist wegen der hohen Symbolkraft ein wichtiger Teil des Projektes.»
Privatpersonen, Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer, Vereine, in der Land- und Forstwirtschaft tätige Personen, Unternehmen und Gewerbebetriebe sowie weitere Interessierte sollen auf diesem Weg ebenfalls für den Projekterfolg involviert werden. Gemeinsam soll auf eine spielerische Art am Projektziel «1'000 neue Bäume bis 2030» gearbeitet werden. Die Stadt selber setzt für das Projekt (eigene Baumpflanzungen, Koordination, Anreizsysteme) in den kommenden vier Jahren rund 1 Millionen Franken ein.
Doch was bedeutet eigentlich «1'000 neue Bäume in Kriens»? Heute stehen in Kriens etwas über 18'300 Bäume im Siedlungsgebiet, wie im Rahmen der Baumbestanderfassung ermittelt wurde. Dazu wurde die Stadt Kriens mit Lasertechnologie «gescannt». Rund 13'000 davon sind höher als 5 Meter bzw. haben einen Durchmesser von 3 Metern und mehr. Wird der Baumbestand ausserhalb der Bauzonen dazu gezählt, stehen in Kriens rund 193'000 Bäume. «Das Ziel, 1'000 neue Bäume im Siedlungsgebiet zu pflanzen, ist ehrgeizig,» sagt Maurus Frey. «Auch wenn der Anteil am gesamten Baumbestand in Kriens gering erscheint: Die Wirkung ist enorm, weil die Pflanzung auf einer auf etwa 30 Prozent der Stadtfläche konzentrierten Fläche erfolgen soll. 1'000 zusätzliche Bäume sind ein direkter Beitrag zur Lebens- und Aufenthaltsqualität in Kriens. Da lohnt sich dieser Effort. Für jetzige, aber auch für zukünftige Generationen.»