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«Stadtgärten» sollen das Krienser Stadtzentrum auffrischen

Das Krienser Ortszentrum soll belebt werden. Die Stadt Kriens macht jetzt erste Schritte und startet einen «Versuchsbetrieb». Verschiedene städtische Plätze sollen durch Private als «Mini-Gärten» genutzt werden. Die Idee soll auch Vorbild sein für private Areale.

«Urban Gardening» begrünt Städte und Plätze. Daran will jetzt auch Kriens anknüpfen, womit die Anliegen einer Interpellation von Ursula Wendelspiess (JCVP) im Einwohnerrat berücksichtigt sind. Das «Projekt Stadtgarten» steht dabei in einer ganzen Reihe von geplanten Massnahmen. Gemeinsam haben alle diese Teilprojekte ein Ziel: Sie sollen das veränderte Krienser Ortszentrum attraktivieren und einen konkreten Beitrag leisten zur Belebung. «Kriens hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Nun gilt es, die baulichen Veränderungen so zu begleiten, dass sie auch im Alltag der Menschen, die hier leben, ankommen,» sagt der Krienser Stadtentwickler Jesús Turiño.

So wenige Hürden wie nötig

Die Förderung dieser sozialräumlichen Entwicklung ist für Turiño zentral für die Gesamtentwicklung des Lebensraumes in Kriens: «Die bauliche Entwicklung schafft den Rahmen. Wie das Bild in diesem Rahmen aussieht, liegt an uns allen.» Deshalb wird in diesem Bereich konkret auf eine Belebung des Zentrums hingearbeitet. «Das Zentrum ist aber erst der Anfang – der Gedanke soll danach auch in allen anderen Gebieten der Stadt Wirkung entfalten. Einfach so, wie es dort dann richtig ist und passt.» Die Stadt selber will mit gezielten Impulsen die Entwicklung anstossen und begleiten. Dazu gehört, dass Abläufe, Verfahren und Prozesse verwaltungsintern vereinfacht werden sollen. Die departementsübergreifende Bearbeitung wird intern koordinier und damit vereinfacht. Ziel: er Leben ins Zentrum bringen will, soll das möglichst einfach tun können und dabei so wenig Hürden wie möglich überspringen müssen.

«Urban Gardening» zum Start

Ein konkretes Beispiel dafür ist das Projekt «Stadtgarten». Die Stadt Kriens will Ideen des Hobbygärtnerns im öffentlichen Raum fördern. Konkret sollen Private die Möglichkeit erhalten, auf öffentlichen Plätzen einen «Mini-Garten» für sich anlegen zu können. Ein Euro-Palett mit Rahmen wird so zur kleinen Oase – und schafft gleichzeitig Grünraum. Die Stadt selber stellt an einem halben Dutzend Plätzen in der Stadt Fläche zur Verfügung. Interessierte können sich auf einem einfachen Weg bei der Stadt melden und erhalten die Bewilligung unbürokratisch. Kosten entstehen für Bewilligung und «Platzmiete» praktisch keine – weil nie ein kommerzieller Hintergrund bestehen soll. Die geltenden Benützungstarife für den Stadtplatz werden für die «Stadtgarten»-Projekte vorerst einmal ausser Kraft gesetzt.

Auch auf privaten Grundstücken

Mittelfristig soll die Idee des «Stadtgartens» im wahrsten Sinne des Wortes «Früchte tragen»: «Wir hoffen, dass unser Modell auf öffentlichen Plätzen auch auf privaten Arealen Schule macht,» sagt Jesús Turiño. Die Stadt selber begleitet Interessierte an einem «Urban Gardening»-Projekt, vermittelt und fördert diese gemeinschaftsfördernde Nutzung von privaten freien Arealen und Flächen. Die Entscheidungskompetenz aber liegt bei diesen Arealen immer bei den Grundeigentümern. Wir helfen aber gerne mit, Kontakte herzustellen und begleiten entsprechende Prozesse,»˚ sagt Turiño, der in der Stadt Luzern schon ähnliche Zwischennutzungsprojekte umgesetzt hat.

Ein Stück Garten auf dem Stadtplatz

So etwa wird es möglich, dass Private Ihren Kleinstgarten auf dem Stadtplatz erstellen können. Es gibt nur sehr niederschwellige Vorgaben – etwa, dass die Mini-Gärten so mobil sind, dass sie in Notfällen, aber auch bei geplanten Anläsen einfach verschoben werden können. Dazu sind bezüglich Sicherheit (Sichtbarkeit, Abstände, Sichtwinkel für Verkehr, Vermeidung von Unfallquellen) gewisse Grenzen gesetzt. Denkbar also, dass auf dem Stadtplatz Kriens schon bald ein mobiler «Stadtpark» entsteht, wenn sich genügend Interessierte finden.

Dies ist jedoch als Zwischenlösung zu verstehen. Denn politisch besteht aktuell noch immer die Idee, den Stadtplatz zusammen mit dem alten Bahnhöfli einer neuen, koordinierten Nutzung zuzuführen. «Noch wissen wir nicht, wie diese aussehen wird. Aber das Projekt des Stadtgartens ist da eine gelungene Zwischennutzung. Es ist nicht ausgeschlossen, dass das Provisorium Ideen liefert für ein endgültiges Belebungsprojekt.» Die Symbolkraft des neuen Stadtplatz soll generell als Taktgeber für die sozialräumliche Entwicklung in ganz Kriens werden. «Wir arbeiten dran, den Platz zwischen Stadthaus und Bellpark aufzuwerten,» sagt Jesús Turiño.

«Urban Gardening»: Jetzt anmelden

Die Stadt Kriens hat eine Kurzwegleitung erstellt, auf der alle Schritte für ein Urban Gardening-Projekt zusammengefasst sind. Dort können über ein einfaches Online-Formular auch direkt Gesuche für ein Projekt auf städtischen Arealen gestellt werden. Die Wegleitung ist zudem auch als Flyer bei der Stadtentwicklung erhältlich.

Kontakt: Stadtentwicklung Kriens
T. +41 41 329 64 67
praesidialdepartement@kriens.ch

kriens.ch/stadtgarten

 

 

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