Die Stadt Kriens budgetiert 2027 rote Zahlen
Die Stadt Kriens geht mit einer soliden finanziellen Basis in ein anspruchsvolles Jahr 2027. Trotz eines budgetierten Verlusts von 27,7 Mio. Franken senkt der Stadtrat den Steuerfuss erneut auf 1,8 Einheiten und plant gleichzeitig Investitionen von rund 65 Mio. Franken. Möglich macht dies die positive Entwicklung der vergangenen Jahre.
Nach den hohen Überschüssen der vergangenen Jahre 2023 bis 2025 und den auch für 2026 erwarteten schwarzen Zahlen will der Stadtrat die Krienser Bevölkerung erneut an der guten finanziellen Entwicklung teilhaben lassen. Deshalb sieht das Budget 2027 eine weitere Senkung des Steuerfusses um eine Zwanzigsteleinheit auf neu 1,8 Einheiten vor.
Stadtpräsidentin Christine Kaufmann-Wolf sagt dazu: «Diese Überschüsse haben wesentlich dazu beigetragen, dass unsere Stadt heute finanziell solide dasteht. Mit der erneuten Steuersenkung geben wir einen Teil dieses finanziellen Spielraums bewusst an die Bevölkerung weiter – auch wenn uns in den kommenden Jahren grosse Investitionen bevorstehen.»
Wegzug und Ressourcenausgleich belasten Finanzhaushalt
Die Stadt Kriens gehört seit Ende 2025 zu den finanzstärksten Gemeinden im Kanton Luzern. Diese erfreuliche Entwicklung führt ab 2027 jedoch zu roten Zahlen. Zwei Gründe geben den Ausschlag für diesen Wandel: Zum einen 2026 der Wegzug einer für Kriens wichtigen juristischen Person, weshalb im Budget 2027 unter der Position «Gewinnsteuern juristische Personen» ein Minus von 29 Mio. Franken ausgewiesen wird. Zum anderen bezahlt die Stadt aufgrund der Übergewinnjahre 2023 und 2024 sechs Mio. Franken in den Ressourcenausgleichstopf im Jahr 2027 ein. Noch im Jahr 2025 hat sie aus diesem Topf sechs Mio. Franken aufgrund der finanzschwachen Jahre 2020 bis 2022 erhalten.
Wachsende Ausgaben im Bereich Bildung und Soziales
Auf der Ausgabenseite verzeichnet die Stadt weiterhin in den Bereichen Bildung und Soziales ein starkes Wachstum.
Im Bildungsbereich steigen die Aufwendungen gegenüber dem Vorjahr um 3,1 Mio. Franken. Gründe dafür sind insbesondere die wachsenden Lernendenzahlen, die höhere Nachfrage nach schulergänzenden Tagesstrukturen sowie die kantonalen Lohnmassnahmen zur Steigerung der Attraktivität des Lehrberufs.
Im Sozialbereich erhöhen sich die Ausgaben um fast 6 Mio. Franken. Zu den wichtigsten Kostentreibern neben der wirtschaftlichen Sozialhilfe (+18 % / +1,8 Mio. Franken) gehören die Restfinanzierung der Pflegeheime mit zusätzlichen 1,2 Mio. Franken sowie höhere Aufwendungen für die Prämienverbilligung (+0,8 Mio.).
Kriens entwickelt sich weiter
Die dynamische Entwicklung von Kriens setzt sich fort: Der Pilatus-Tower und die Überbauung Eichhof West inkl. WAS-Gebäude sind bezogen und weitere bedeutende Areal-Entwicklungen sind in der Umsetzung oder in Planung. Dazu gehören beispielsweise der Mattenplatz, die letzte Etappe im Nidfeld sowie die Entwicklungen auf dem Bell-Areal oder in der Sackweid. Einen wichtigen Schritt hat die Krienser Stimmbevölkerung im September 2026 gemacht: Sie stimmte den Teil-Überdeckungen der Autobahn A2 und damit der siedlungsverträglichen Gestaltung deutlich zu.
Der Stadtrat will die Stadt Kriens auch im Jahr 2027 kontinuierlich weiterentwickeln und die Verwaltung auf die wachsenden Ausgaben ausrichten. Für das kommende Jahr ist deshalb die Schaffung von rund sieben zusätzlichen Stellen vorgesehen. Die Löhne des Verwaltungspersonals werden 2027 – analog zum Vorjahr – brutto um insgesamt 1,5 % erhöht.
Investitionen von rund 65 Mio. Franken
Für 2027 plant die Stadt Kriens Bruttoinvestitionen von rund 65,5 Mio. Franken. Die Nettoinvestitionen belaufen sich auf 61,2 Mio. Franken. Davon entfallen 35,3 Mio. Franken auf die Immobiliendienste und 15,5 Mio. Franken auf die Verkehrs- und Infrastrukturdienste.
Der Investitionsbedarf wird – auch über das kommende Jahr hinaus – hoch bleiben. Allein die Schulraumplanung weist für die nächsten zehn Jahre einen Investitionsbedarf von über 200 Mio. Franken aus. Hinzu kommen weitere bedeutende Vorhaben in den Bereichen Verkehr, Alter und öffentliche Infrastruktur.
Solide Basis für anspruchsvollere Jahre
Für die kommenden drei bis vier Jahre rechnet die Stadt Kriens mit anspruchsvolleren finanziellen Rahmenbedingungen. Dank eines freien Eigenkapitals von deutlich über 300 Mio. Franken verfügt Kriens jedoch über eine solide Ausgangslage, um diese Phase zu bewältigen und gleichzeitig die notwendigen Investitionen zu tätigen. Finanzvorsteher Roger Erni blickt deshalb zuversichtlich auf die kommenden Jahre: «Wir haben in den vergangenen Jahren die finanzielle Ausgangslage geschaffen, um die anspruchsvollere Phase bis 2030 erfolgreich zu meistern. Die anstehenden Investitionen in Schulhäuser, Verkehrs- und Altersinfrastruktur sowie die Teilüberdeckungen der Autobahn A2 können wir aus eigenen Mitteln finanzieren.»