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Einwohnerrat soll über zusätzliche Mittel für Neubauprojekte entscheiden

Die vier Zentrumnsprojekte in der Übersicht

Kriens will zwei grosse Bauprojekte der letzten Jahre möglichst gut zu Ende bringen. Dazu unterbreitet der Stadtrat dem Krienser Einwohnerrat für die Juni-Sitzung zwei Finanzvorlagen. Sowohl für die Zentrumsprojekte als auch für das Stadion Kleinfeld werden zusätzliche finanzielle Mittel beantragt. Gleichzeitig will der Stadtrat durch organisatorische Massnahmen und ein strengeres Controlling bessere Voraussetzungen für zukünftige Projekte schaffen.

Wer «A» sagt, muss danach auch «B» sagen. Das Sprichwort hat viel Wahres - vorallem dann, wenn der Zusatznutzen leicht einsehbar ist. Und das ist er: Das Krienser Ortszentrum (Zentrum Pilatus, Schappe Kulturzentrum sowie Feuerwehr-/Werkhof-Neubau Eichenspes mit Freizeitanlage Langmatt) und die Sportinfrastruktur (Stadion Kleinfeld) wurden durch die Neubauprojekte in den letzten Monaten deutlich aufgewertet.

Nachtrags- und Zusatzkredite

Es fällt dem Krienser Stadtrat schwer, zusätzliche finanzielle Mittel beantragen zu müssen. In beiden Projekten waren im Projektverlauf bereits einmal Zusatzkredite nötig. Er ist aber überzeugt, dass der Zusatznutzen der Projekte es rechtfertige, dass die Stadt Kriens – wenn auch zähneknirschend in den sauren Apfel beisse - die Situation mache es unumgänglich.

Deshalb unterbreitet er jetzt dem Einwohnerrat für die Juni-Sitzung zwei Finanzvorlagen. Sie betreffen zum einen das vierblättrige Kleeblatt «Zukunft Kriens – Leben im Zentrum», zum anderen den Neubau des Sportzentrums Kleinfeld. Und in beiden Projektteilen werden jeweils rückwirkend Zusatzkredite für die eigentlichen Bauvorlagen als auch zusätzliche Finanzmittel als Nachtragskredite für das laufende Investitionsbudgets beantragt.

Bei den Zusatzkrediten handelt es sich einerseits um Projektkosten für bereits realisierte Arbeiten der inzwischen abgeschlossenen Projekte, und andererseits um Optimierungen und Nachbesserungen , die aus Sicht des Stadtrates notwendig sind, um einen ordnungsgemässen Betrieb sicherstellen zu können und den maximalen Nutzen aus den Bauten zu haben.

Stadtrat will Strukturen verändern

In beiden Projektteilen sind die Ursachen für die jetzt nötigen zusätzlichen Mittel sehr unterschiedlich und stark auch mit den baulichen Abläufen verknüpft. Insgesamt übt sich der Stadtrat stark in Selbstkritik. Er hat in einer ersten Analyse erkannt, dass er die Strukturen für die Projektüberwachung und Projektsteuerung zu wenig genau aufgebaut hatte. Dabei hatte er bereits im Projektverlauf versucht, Gegensteuer zu geben und hat die personellen Ressourcen in der Abteilung Immobiliendienste aufgestockt. Im Sinne der Transparenz werden diese zusätzlichen Ressourcen jetzt als Teil des Nachtragskredites ausgewiesen.

Der Stadtrat will die Lehren aus der aktuellen Situation ziehen. Er will mithilfe einer externen Analyse die Ursachen ermitteln und Massnahmen einleiten. Zudem will er sich weniger von Termindruck zu Entscheidungen drängen lassen, die ohne ausreichende Planungsgrundlagen getroffen werden müssen.

Stadion Kleinfeld

Für das Stadion Kleinfeld beantragt der Stadtrat einen Zusatzkredit von 0.62 Mio. Franken zum Sonderkredit. Zudem sollen mit dem Nachtragskredit im laufenden Investitionsbudget 2019 zusätzliche Finanzmittel von 1.8 Mio. nachträglich eingestellt werden. Dabei handelt es sich um den maximal möglichen Betrag, sind doch mit einem der Unternehmer noch Verhandlungen über einen Differenzbetrag im Gange. Betroffen sind hier Infrastrukturteile, welche die Stadt aufgrund der Aufgabenteilung mit dem privaten Investor und der Sportzentrum Kleinfeld AG ganz oder teilweise übernehmen muss. So etwa die Stromleitungen, Zusatzhonorare oder Vorleistungen für Anpassungen an Spielfeld 2. Der Bau eines zusätzlichen Materialgebäudes oder der Sichtschutz auf der Stirnseite des Hauptspielfeldes sind einige jener Massnahmen, die noch nicht ausgeführt sind und erst nach einem Zusatzkredit ausgelöst werden können.

Zentrumsprojekt

Bei den Zentrumsprojekten beantragt der Stadtrat einen Zusatzkredit von 1.4 Mio. Franken für teilweise bereits realisierte Arbeiten, und einen Nachtragskredit für die Finanzmittel von 2.1 Mio. Franken.

Im Zusatzkredit sind eine Klärung von Abgrenzungsfragen in der Zusammenarbeit mit dem Totalunternehmer enthalten. So sei es erst in der Nachanalyse möglich gewesen, gewisse Aufwände richtig abzugrenzen. Dazu seien in der internen Projektsteuerung auch Fehlbeurteilungen erfolgt, die im internen Controlling zwar jetzt gefunden wurden – aber nicht mehr vollumfänglich kompensiert werden können.

Bei den Zusatzinvestitionen handelt es sich um Massnahmen, die insbesondere im Stadthaus nötig sind. So etwa wurde nach dem Bau festgestellt, dass in der Minergie P-Bauweise aufgrund der bauphysikalischen Voraussetzungen der Empfang mit Mobiltelefonen ungenügend oder gar nicht vorhanden ist. Das Nachrüsten mit Antennen kostet alleine 120'000 Franken.

Zu Buche schlagen aber auch zusätzliche Personal- und Beratungsleistungen sowie eine offene Position im Zusammenhang mit dem Tragwerk des Gebäudes. Bei letzterem war die Berechnung durch einen zweiten Ingenieur nötig. Für die Zusatzkosten wird eine Eventualverpflichtung von 200'000 Franken eingerechnet, obschon aus heutiger Sicht noch nicht klar ist, wer diese anfallenden Kosten übernehmen muss. Klarer sind die Ursachen in anderen Bereichen, wo nicht budgetierte Kosten anfallen. So etwa für Räumung alter Gebäude, Rückbau von Provisorien oder Mehrkosten für die Umzüge in und aus den Provisorien.

Bei allen Zentrumsprojekten beträgt die Abweichung aus heutiger Sicht rund 10 Prozent. Der Stadtrat beurteilt diese Abweichung insgesamt als vertretbar. Der Planungszeitraum sei sehr lang gewesen, die Kostengenauigkeit entsprechend schwer vorauszusagen.

Unschön, aber notwendig

Der Stadtrat unterbreitet dem Parlament die beiden Kreditvorlagen bewusst im Doppelpaket. Es sei in beiden Fällen eine Maximalvariante, da die Bauabrechnungen noch nicht erfolgt seien. Im Sinne der Kostentransparenz, aber auch den inzwischen geltenden neuen Gesetzmässigkeiten des Finanzhaushaltgesetzes folgend sei der Stadtrat zur Überzeugung gekommen, beide Geschäfte jetzt zu unterbreiten.

Die Dokumente zu den zwei Finanzvorlagen (folgt)