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Spatenstich für Seewasser-Energie aus dem Vierwaldstättersee

Thomas Zemp (Gemeinderat Horw), Stephan Marty (Vorsitzender der Geschäftsleitung bei ewl), Cyrill Wiget (Gemeindepräsident Kriens) und Patrik Rust (Mitglied der Geschäftsleitung bei ewl) beim Spatenstich (vlnr.)

Der Vierwaldstättersee birgt gewaltige Wärmereserven. Dank diesen ist es zukünftig möglich, in Horw und Kriens mit Seewasser zu heizen. ewl energie wasser luzern setzt auf diese umweltschonende Energieversorgung und baut in Horw und Kriens ein See-Energie Netz.  Am Donnerstag erfolgte der Spatenstich für dieses innovative Energie-Projekt.

Rund 6'800 Wohnungen sollen im Endausbau der Anlage vom neuen System profitieren. Sie erhalten Wärme und Kälte aus den Tiefen des Vierwaldstättersees. Die Gesamtleistung des Seenergie-Werks entspricht einer Energiemenge von 55 Gigawattstunden im Jahr. Für Stephan Marty, Vorsitzender der ewl-Geschäftsleitung, eine gute Sache: «Durch die Versorgung mit See-Energie von Teilen von Horw und Kriens können wir jährlich bis zu 10'000 Tonnen CO2 einsparen. Damit verfolgen wir konsequent eine ökologische Energiepolitik.» Die Realisierung des Pionierprojekts kostet zirka 95 Millionen Franken.

Gebaut wird eine der beiden Energiezentralen als Verlängerung des Sportplatz-Baus Seefeld in Horw. Dort sind am Donnerstag auch die Bagger aufgefahren. Oberirdisch sichtbar ist aber nur ein Zehntel der gesamten Anlage. Viel wichtiger ist, was im Untergrund abläuft. Denn unter dem Stadion-Vorplatz entsteht eine der beiden Energiezentralen. Sie ist das Herzstück der Anlage mit innovativer Technik, die die erneuerbare Energieressource nutzt. Konkret wird Wasser aus der Tiefe des Vierwaldstättersees hochgepumt. Die Temperaturdifferenz  wird zur Energiegewinnung genutzt, um Gebäude zu heizen und zu kühlen. Eine Wasserpumpe fördert das Seewasser in eine Energiezentrale. Dort wird durch einen Wärmetauscher die Wärme an ein separates Energienetz übergeben. Das in den See zurückfliessende Wasser ist für das Ökosystem See unbedenklich. Flora und Fauna sowie die Fischerei werden nicht beeinträchtigt. Die Anlage entnimmt dem See zur Energiegewinnung 0.33 Prozent jenes Wassers, das gemäss EAWAG-Studien dem See ökologisch bedenkenlos entnommen werden kann.

Details zur See-Energie-Technik mit  Erklärvideo : www.ewl-luzern.ch/see-energie.

Die erste Wärmelieferung erfolgt ab Herbst 2020. Zuerst ans Netz angeschlossen werden Neubauten in Horw-Mitte und sowie im Schweighof und später im Nidfeld in Kriens - beide gehören zum ersten Areal nach den Grundsätzen der 2000-Watt-Gesellschaft.

Bauarbeiten dauern bis September 2020

Am Donnerstag starteten die Arbeiten an der See-Energie Zentrale beim Sportplatz Seefeld in Horw sowie an den beiden Hauptverteilleitungen. Der Bau der Seeleitung vom Horwer Seebecken zur Zentrale erfolgt ab November 2019. Die Bautätigkeiten für die erste Phase der Erschliessung dauern voraussichtlich bis September 2020.

Kriens' Stadtpräsident  lobte den Innovationsgeist aller beteiligten Partner. Es sei angesichts der aktuellen Klimadebatte ein wichtiger Schritt, der auch für die Positionnierung des Wohngebietes, das jetzt erschlossen wrde, ein wichtiger Faktor sei. Dazu sei es ein Musterbeispiel für gemeindeübergreifende Zusammenarbeit auf partnerschaftlicher Ebene. Mit einem Augenzwingern fügte er an, Kriens schaffe es so indirekt sogar, dank der jetzt zu bauenden Leistung zumindest indirekt zu Seeanstoss zu kommen...

Zusatzinformationen zum Seenergy-Projekt