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Schweighof: Privates Neubauprojekt schafft altersgerechte Wohnformen

So wird der Neubau im Schweighof dereinst aussehen.

Ein Neubau im Krienser Quartier Schweighof wird ganz auf das Wohnen im Alter ausgerichtet. Stadt Kriens und Private ziehen dazu am gleichen Strick. Neben 21 Pflegeplätzen wird die Alters- und Gesundheitsversorgung der Stadt Kriens durch das Wohnen mit Dienstleistungen vervollständigt. In den künftigen Betrieb sind die Heime Kriens AG und die Spitex Kriens eingebunden. Der Zentrumsbau ist voraussichtlich Ende 2020 bezugsbereit.

Vor rund vier Jahren fanden erste Gespräche im Zusammenhang mit dem Projekt «Wohnen im Alter» im Schweighof statt. Im Dezember 2015 wurde ein «Letter of Intent» (Absichtserklärung) zwischen der Schweighofpark AG und der Gemeinde Kriens unterzeichnet. Danach folgte eine intensive Planungsphase. Die Stadt Kriens, die Heime Kriens AG, die Spitex Kriens und die Schweighofpark AG haben das Projekt «Wohnen im Alter» gemeinsam entwickelt und nach neusten Erkenntnissen für Wohnen im Alter konzipiert. Mit der Unterzeichnung des Nutzungskonzepts im November 2018 wurde die Partnerschaft besiegelt. Die Rollen der vier Akteure in dieser Public Private Partnership (PPP-Modell) sehen wie folgt aus: Die Stadt Kriens stellt ihren Versorgungsauftrag durch die Ergänzung des Dienstleistungsangebots sicher. Die Heime Kriens AG bietet Pflegewohngruppen an. Die Spitex Kriens erbringt mit einem Stützpunkt vor Ort Dienstleistungen. Die Schweighofpark AG ist Erstellerin des Neubaus und bietet Wohnungen an. 

Ergänzung der Alters- und Gesundheitsversorgung

Es gehört zu den Aufgaben der Stadt Kriens, ein angemessenes ambulantes und stationäres Angebot für die Betreuung und Pflege von betagten und pflegebedürftigen Menschen sicherzustellen. Die Stadt Kriens hat im Versorgungskonzept Gesundheit und Alter Kriens dargelegt, wie sie diese Aufgaben erfüllen will. Lothar Sidler, Sozialvorsteher der Stadt Kriens, erklärt den Ansatz: «Mit präventiven Massnahmen soll der Bedarf an ambulanten Massnahmen reduziert werden. Mit ambulanten Massnahmen und Entlastungsangeboten soll das Wohnen zu Hause ermöglicht werden beziehungsweise der Bedarf an Wohnen mit Dienstleistungen und die stationäre Langzeitpflege reduziert werden.» Wohnungen mit Dienstleistungen sind für betagte Menschen gedacht, die ihr Leben noch selbständig führen können, wenn sie bei der Lebensführung Unterstützung erhalten und die so mobil sind, dass sie notwendigsten Dienstleistungen wie der Einkauf von Lebensmitteln, ein Arztbesuch oder der Gang zur Post oder zur Bank zu Fuss oder mit dem Bus selber erledigen können. Im Gegensatz zum «blossen» Wohnen in Alterswohnungen gehören deshalb bei Wohnen mit Dienstleistungen zusätzlich zum Wohnraum unterstützende Dienstleistungen wie etwa Türsensoren sowie ein 24-Stunden-Notrufsystem. Die stationäre Langzeitpflege ist schliesslich für Menschen gedacht, die dauernd auf Betreuung und Pflege im Umfang von mindestens 2 Stunden pro Tag angewiesen sind.

Dezentral in den Quartieren

Das Dienstleistungsangebot der Stadt Kriens wird durch das «Wohnen mit Dienstleistungen» im Lindenpark (ab Frühling 2020) und im Schweighof (ab Ende 2020) erweitert. «Mit der Realisierung des Gebäudes Schweighof wird ein weiteres Puzzleteil gelegt, das für die Vervollständigung der Gesundheitsversorgung in Kriens unerlässlich ist», sagt Lothar Sidler. Auch der Standort entspricht den Vorgaben, sollen doch diese Wohnungen dezentral in den Quartieren angeboten werden. «Menschen, die auf Wohnungen mit Dienstleistungen angewiesen sind, sollen dieses Angebot möglichst in ihren Quartieren nutzen können, dort, wo sie ihre meist langjährigen sozialen Kontakte haben», erklärt Sidler. «Zudem wird das Gebäude mitten in einem Quartier stehen, dort also, wo neue Kontakte und soziale Beziehungen möglich sind.» Das Gebäude ist eingebettet in funktionierende Strukturen und liegt in Luzern Süd; in einem Raum, der in Zukunft an Attraktivität und positiver Dynamik gewinnen wird.

Lebendiges Quartier als Ziel

Der Erbengemeinschaft Eugen und Hedwig Theiler-Buholzer als ehemalige Besitzerin des Areals Schweighof war es immer ein Anliegen, das Grundstück einer nachhaltigen Nutzung zuzuführen. «Ein lebendiges Quartier mit einer guten Durchmischung mit einer hohen Wohn- und Aufenthaltsqualität war und ist das Ziel», sagt Vreni Theiler als Vertreterin der Erbengemeinschaft. «Bereits in einem Nutzungskonzept von 2010 wurde das durchmischte Wohnen mit generationenverbindenden Wohnformen niedergeschrieben.» Im September erfolgte der Spatenstich für den Zentrumsbau im neuen Quartier Schweighof. Bauherrin ist die private Schweighofpark AG der Erbengemeinschaft Eugen und Hedwig Theiler-Buholzer.

21 Pflegeplätze, 46 Wohnungen und Gemeinschaftsräume

Das Gebäude besteht aus dem Erdgeschoss mit Bistro, Gemeinschaftsraum und dem Stützpunkt der Spitex. Im ersten Obergeschoss befinden sich drei Pflegewohngruppen mit je sieben Pflegeplätzen. Im zweiten Obergeschoss sind zwei Wohngemeinschaften mit je sechs Zimmern (Clusterwohnungen) untergebracht. Im restlichen Teil des zweiten Obergeschosses und im dritten bis fünften Obergeschoss befinden sich 44 Wohnungen mit Dienstleistungen: 32 x 2.5 Zimmerwohnungen, 6 x 3.5 Zimmerwohnungen und 6 Studios. Das Dachgeschoss hat zwei Attikawohnungen, eine Gemeinschaftsterrasse sowie einen Gemeinschaftsraum. Der Zentrumsbau ist ein Hybridbau, Fassade und Trennwände sind aus Holz. «Dank gutem Wetter geht der Baufortschritt planmässig voran, sodass der Zentrumsbau Ende 2020 bezugsbereit sein sollte», sagt Vreni Theiler.

Pflegewohngruppen bieten familiäres Umfeld

Mit den drei Pflegewohngruppen im Schweighof erweitert die Heime Kriens AG ihr Angebot um 21 Pflegeplätze. Weitere 21 Plätze werden im Lindenpark gebaut. Insgesamt erhöht sich damit das Angebot an Pflegeplätzen in der Stadt Kriens um 42 Plätze – von aktuell 272 auf 314 Pflegeplätze. «Die Erweiterung ist notwendig, um genügend Wohnraum für pflegebedürftige Krienserinnen und Krienser anbieten zu können», erklärt Guido Hübscher, Leiter Heime Kriens AG. Die Pflegewohngruppen im Schweighof werden nach dem «Normalisierungsprinzip» geführt. «Bewohnerinnen und Bewohner bestimmen selbst, wie sie ihr Leben und ihren Alltag bestimmen. Die Heime Kriens bieten dazu ein familiäres Umfeld, das möglichst der natürlichen Wohnform eines Zuhauses entspricht.» So gehört unter anderem der Kühlschrank in der gemeinsamen Wohnküche den Bewohnerinnen und Bewohnern, woraus sie sich bedienen ohne nachzufragen – wie zu Hause üblich.

Individuelle Gestaltung der Bewohnerzimmer

Alle Zimmer verfügen über ein separates Badezimmer mit Dusche, WC und Lavabo. Das Bett und den Nachttisch stellen die Heime Kriens zur Verfügung. Im Weiteren können die Bewohnerinnen und Bewohner ihr Zimmer mit eigenen Möbeln einrichten. In der Nacht wird eine Nachtwache der Heime Kriens anwesend sein, um einerseits Anliegen der Menschen der Pflegewohngruppen abzudecken und andererseits auf den Notruf der Wohnungen mit Dienstleistungen zu reagieren. «Die Heime Kriens freuen sich auf das interessante Projekt und sind überzeugt, damit eine sinnvolle, lebenswerte Wohnform für pflegebedürftige Menschen bieten zu können», sagt Guido Hübscher.

Spitex Stützpunkt vor Ort

Die Spitex Kriens ist eine weitere wichtige Partnerin. «Die Bedürfnisse der Menschen hat sich verändert und somit auch die Ansprüche an die dritte Lebensphase», sagt Geschäftsführer Hannes Koch. «Wir sind überzeugt, dass das Angebot Wohnen mit Dienstleistungen einen Beitrag an eine umfassende Pflege und Betreuung in der Stadt Kriens leisten wird.» Die Spitex Kriens brachte ihre Erfahrungen bereits in der Planungsphase ein, damit die 46 Wohnungen optimal für Menschen im Alter ausgerichtet sind. «Wenn die Hürden im Bereich Bau und Infrastruktur minimiert sind, ist einer der wichtigsten Bedürfnisse älterer und alter Menschen, dass sie sich sicher fühlen und dass sie Unterstützung erhalten, wenn sie diese brauchen», erklärt Hannes Koch. Jede Wohnung ist daher mit einem Notrufsystem ausgerüstet, womit die Bewohnenden 24 Stunden an 365 Tagen Hilfe rufen können, welche direkt im Haus stationiert ist. Die Ansprechperson im Stützpunkt der Spitex Kriens kümmert sich um verschiedene Anliegen. «Diese Person unterstützt, dass das Leben zu Hause möglich bleibt. Unter anderem vernetzt sie die Bewohnenden untereinander und organisiert Hilfestellungen.» Alle anderen Dienstleistungen können die Bewohnenden über den Dienstleister ihrer Wahl anfordern. «Wir haben explizit auf ein breites Leistungsangebot verzichtet, im Wissen, dass dies in der Regel nicht in Anspruch genommen wird, da die Bedürfnisse der Bewohnenden sehr individuell sind», sagt Hannes Koch.

Visualisierung des Neubaus (für redaktionelle  Zwecke) [jpg, 9.7 MB]
Mediendossier vom 28.1.2019 mit Faktenblatt [pdf, 1.9 MB]