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Sonnenbergbahn: Die Tobel-Brücke ist wieder «daheim»

Auch bei der Rückkehr lief alles nach Plan, und der Pilatus stand erneut im frühlingshaften blauen Himmel Spalier: Am Dienstag kehrte die Tobelbrücke der Sonnenbergbahn nach Kriens zurück. Drei Monate war sie in einem Stahlwerk in Rapperswil revidiert worden.

Über 120 Jahre hatte die Tobelbrücke der Sonnenbergbahn ihren Dienst geleistet. Sie führt die denkmalgeschützte Krienser Sonnenbergbahn zwischen Talstation und Tunnel über das Bachtobel und war damit in der Bauzeit ein wichtiges Element für eine spektakuläre Streckenführung der Bahn, welche auf die Reisenden des Belle Epoque-Tourismus ausgerichtet war. 

Mit Blick auf die Erneuerung der Bahnkonzession hat die privat geführte Sonnenbergban alle Anlagenteile genau untersucht und ein umfassendes Restaurierungsprogramm erstellt. Dieses wird in den kommenden 10 Jahren praktisch alle Anlagenteile und Bauten umfassen.

Erster und zugleich spektakulärster Teil war die Restaurierung der Tobelbrücke. Die Stahlbrücke in genieteter Bauweise entstand vor über 120 Jahren in der Wertstatt der Krienser Bell Maschinenfabrik. Noch heute gibt es Krienserinnen und Krienser, deren Väter oder Grossväter als Mitarbeiter der Bell Maschinenfabrik am Bau beteiligt waren und Geschichten erzählten, wie sie damals dabei waren, die die Brücke im Bachtobel erstellt und die Stahlträger mit glühend heissen Nieten zusammengebaut wurde.

Fachgerecht restauriert und erneuert
Bei der Überprüfung der Bahnteile hatte sich jetzt gezeigt, dass die Brücke nach 120 Jahren an zahlreichen Stellen Rost angesetzt hatte. Die Bahnleitung entschied sich für eine denkmalschutz-konforme Sanierung, um so dem kulturhistorischen Wert der Brücke gerecht zu werden. Im vergangenen November wurde die Brücke erstmals nach 120 Jahren mit einem Spezialkran aus den Widerlagern gehievt und per Tieflader in ein Stahlwerk in Rapperswil-Jona gebracht. Dort wurde die Brücke in den letzten Wochen fachgerecht restauriert und erneuert. Bei der Erneuerung wurden über 600 Nieten erneuert. Auch dies ein Tribut an die denkmalgeschützte Brücke, gäbe es doch heute einfachere (und kostengünstigere) Vorgehen. Die Bahnleitung entschied sich aber sehr bewusst für diesen konsequenten

Am Dienstag trat die Brücke nun ihre Rückreise nach Kriens an. Auch jetzt ging der Plan präzise auf, am Schluss lag die Brücke sogar gut 2 Stunden vor dem berechneten Termin wieder auf den Lagern im Tobel. Die minutiöse Planung hatte sich ausbezahlt. Dabei war nicht nur der Brückentransport ein planerisches Meisterstück. Auch der Spezialkran hatte es in sich: 140 Tonnen Gegengewicht waren nötig, um die rund 11 Tonnen schwere und 24 Meter lange Brücke von der Zumhofhalde über die mächtigen Bäume ins gegen 50 Meter tiefere Bachtobel zu hieven.

Einbau der Schienen
In den kommenden Tagen werden Spezialteams mit dem Werkhof Kriens nun noch die Schienen einbauen und alle technischen Einrichtungen anbringen. Anschliessend finden Belastungstests und die nötigen Abnahmen statt. Geht weiterhin alles nach Plan, wird die Bahn ihren Betrieb am 22. März (Wochenende) bzw. 29. März (ganze Woche) aufnehmen. Die grosse Zahl an Schaulustigen bei der Bahnrückkehr zeigte, wie sehr die Bahn den Krienserinnen und Krienser ans Herz gewachsen ist

Für die Finanzierung der gesamten Bahn-Restaurierung rechnet die Sonnenbergbahn mit Gesamtkosten von rund 1 Million Franken. Neben der Unterstützung durch den Denkmalschutz zählt die Bahn auch auf Unterstützung in der Krienser Bevölkerung. Angeboten wird eine «Gold-Karte», die auf die Nieten-Bauweise anspielt. Die Karte dient für zwei Jahre als Saisonkarte, der grösste Teil des Erlöses geht in den Restaurationsfonds.

Goldkarte erwerben: www.sonnenbergbahn.ch/sanierung

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