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Kulturförderpreis 2018 an Karyna Herrera Süess verliehen

Karyna Herrere Süess (rechts) und Gemeinderätin Judith Luthiger.

Der Krienser Förderpreis für Kunst und Kultur 2018 wurde im Rahmen einer Feier im Schappe Kulturquadrat an Karyna Herrera Süess verliehen. In seiner Laudatio erschloss der Kunsthistoriker Michael Sutter die thematische Heransgehensweise der Künstlerin und würdigte die Vielseitigkeit ihres Schaffens genauso wie den thematischen Tiefgang. Überreicht wurde der Preis von Judith Luthiger, Gemeinderätin Bildung / Kultur.

Karyna Herrera Süess wurde 1975 in Quito in Ecuador geboren. Sie ist Bürgerin der Schweiz und von Ecuador und lebt und arbeitet seit 2008 in Kriens. Seit kurzem hat sie ihr Atelier im Schappe Kulturquadrat. Herrera Süess arbeitet in den Bereichen Performance, Fotografie und Video. Zeit und Vergänglichkeit sind ebenso Themen ihrer künstlerischen Arbeit wie die Beständigkeit von Bildern und Selbstbildern, der Wandel in der Eigen- und Fremdwahrnehmung. Mit hoher Intensität erforscht sie diese Themen, indem sie ihnen künstlerischen Ausdruck gibt. Ausgangspunkt ihres Schaffens sind persönliche Beobachtungen und die Reflexion der sozialen und politischen Verhältnisse. Eine wesentliche Rolle spielen dabei die Fragen von Identität, Prägung und Anpassung, der Umgang mit Urteilen und Vorurteilen. Es gelingt ihr dabei, in den wechselnden Medien eine gleichbleibende Dringlichkeit aufrechtzuerhalten und ihre Fragen ohne jede plakative Geste in überzeugende Bilder, Zeichen und Bewegungen umzusetzen.

In ihren Performances ist es die körperliche Präsenz, die ihren Fragestellungen zwar momenthaft flüchtigen, doch die Vorstellung umso nachhaltiger beschäftigenden Ausdruck gibt. Die Betrachter werden zu Zeugen und Mitakteuren, die sich mit Bildern konfrontiert sehen, die ihre eigenen Identitäten und Bilder infrage stellen, die Gewissheiten ins Ungewisse rücken und Denkprozesse in Gang setzen.

Karyna Herrera Süess ist eine politisch bewusste Künstlerin, welche die eigene Erfahrung und Identität künstlerisch nutzt und befragt. Sie weist ein Schaffen vor, das in seiner bisherigen Entwicklung eine beeindruckende Geschlossenheit erkennen lässt und auf die Zukunft hin offen und wandlungsfähig erscheint. Der Förderpreis soll Anerkennung für den bisherigen und Motivation für den zuküntigen Weg zugleich sein, wie Gemeinderätin Judith Luthiger sagte. Aus allen Sparten stand eine Werkschau für die Gäste der Verleihungsfeier bereit, die eine konkrete Auseinandersetzung mit dem Schaffen der Künstlerin ermöglichte.

In seiner Laudation wies Michael Sutter, Kunsthistoriker/Kurator und Leiter der Kunsthalle Luzern, auf das bereits facettenreiche Schaffen der Künstlerin hin. Dieses zeichne sich nicht nur durch inhaltliche Vielfalt, sondern auch durch einen thematischen Tiefgang aus. Der experimentelle Zugang der Künstlerin wurde auch in der musikalischen Umranhung aufgenommen: «hybrid ear», das Duo Jan Schacher und Beat Unternährer, gestaltete die Feier mit Experimentalmusik.

Die Wahl der Preisträgerin erfolgte durch den Gemeinderat auf Antrag der Kulturkommission. Der Krienser Förderpreis für Kunst und Kultur in der Höhe von 5000 Franken wird in der Regel alle zwei Jahre verliehen.