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Grünes Licht für den Konzessionsvertrag zum Wärmeverbund Kriens

Kriens macht Tempo bei der Energiewende: Der Einwohnerrat bewilligt den Konzessionsvertrag für den Wärmeverbund – ein Schlüsselprojekt der Klimastrategie – und berät in 1. Lesung ein neues Förderprogramm, das Hauseigentümer beim Umstieg auf erneuerbare Energien unterstützt.

Der Einwohnerrat hat in seiner Ratssitzung den Bericht und Antrag zum Wärmeverbund Kriens diskutiert. Das Projekt ist zentraler Bestandteil der städtischen Klimastrategie. Ziel ist es, die Wärmeversorgung in Kriens schrittweise auf erneuerbare Energien umzustellen. Der geplante Wärmeverbund soll ein grosses Siedlungsgebiet erschliessen – vom Obernau im Westen über den Stadtkern bis zum Kupferhammer im Osten. Fossile Heizsysteme werden durch eine sichere, lokale und umweltfreundliche Fernwärmelösung ersetzt.

Die gesamten Investitionskosten belaufen sich auf rund 130 Millionen Franken. Die Konzession soll an die Fernwärme Luzern AG vergeben werden. Die Fernwärme Luzern AG ist ein Zusammenschluss der ewl Energie Wasser Luzern Holding AG als Geschäftsführerin und Hauptaktionärin, dem Gemeindeverband REAL Recycling Entsorgung Abwasser Luzern und den Gemeinden Emmen, Buchrain, Ebikon und Root. Eine mögliche Beteiligung der Stadt Kriens an dieser Aktiengesellschaft soll in den nächsten Phasen geprüft werden.

Das Fernwärmenetz wird etappenweise ausgebaut – von Westen nach Osten und vom Zentrum in die Quartiere. Ein Bemerkungsantrag der Kommission für Bau, Verkehr und Umwelt zu prüfen, ob die Fernwärme Luzern AG bei einer Aktienkapitalerhöhung einen Teil des Aktienkapitals als Volksaktie herausgeben kann, wurde klar überwiesen. Ein Bemerkungsantrag der Grünen, Junggrünen und glp-Fraktion wurde hingegen abgelehnt. Sie forderten die Prüfung, ob das CO₂ das in der Energiezentrale Rainacher entsteht, abgeschieden und gespeichert werden könne. Der Einwohnerrat stellte sich klar hinter das hinter das Gesamtprojekt und bewilligte den Konzessionsvertrag mit (25 Ja bei 0 Nein und 1 Enthaltungen) klar. Der Beschluss unterliegt dem fakultativen Referendum.

Revision Förderprogramm Energie und Klima
Bis 2045 sollen die Treibhausgasemissionen in Kriens auf netto-null sinken – das ist das Ziel der städtischen Klimastrategie. Neben dem Aufbau eines Wärmeverbunds setzt der Stadtrat deshalb auf ein neues Energieförderprogramm. Es ergänzt bestehende Angebote von Bund und Kanton und soll Hauseigentümer motivieren, auf erneuerbare Wärmeversorgung umzusteigen. Geplant sind Beiträge für die Umstellung von Heizsystemen, die Finanzierung von Beratungen – etwa für Solaranlagen oder die Optimierung bestehender Anlagen – sowie Unterstützung für Studien, die Bauprojekte klimaverträglich machen. Auch ökologische Aufwertungen und die Pflege alter Bäume sollen gefördert werden.

Ab 2026 stehen jährlich 200'000 Franken bereit, ab 2028 bis zu 400'000 Franken. Finanziert wird das Programm aus Konzessionsgebühren und Rückerstattungen der CO₂-Abgabe. Damit ersetzt Kriens das bisherige Förderprogramm von 2001, das kaum noch genutzt wurde. Im Einwohnerrat wurde das Reglement in 1. Lesung kontrovers diskutiert. Es wurde verschiedene Nachbesserungen verlangt – etwa bei der Landwirtschaft. Ein Rückweisungsantrag der SVP wurde allerdings abgelehnt mit (8 Ja bei 16 Nein und 2 Enthaltungen). 

Kurzprotokoll
Unter der Leitung von Zita Bucher (Grüne) hat der Krienser Einwohnerrat zudem folgende Geschäfte behandelt:

Postulat Lisibach: Verbesserung der Weg-Weisung für Touristen in Kriens
Die FDP forderte den Stadtrat in einem Postulat auf zu prüfen, wie die Weg-Weisung für Touristen, die nach Kriens kommen und zur Pilatusbahn, Sonnenbergbahn und anderen Touristenspots gelangen möchten, verbessert werden kann. In seinem Bericht zeigt der Stadtrat auf, dass bereits verschiedene Massnahmen umgesetzt wurden. Trotzdem strebe die Stadt Kriens weitere Verbesserungen an, beispielsweise punktuelle Verbesserungen der Signalisation oder langfristig die bessere Anbindung der Talstation der Pilatus-Bahnen an den öffentlichen Verkehr.

Postulat Bucher: Grüne Welle für die Krienser Fussgänger
In einem Postulat forderte die Grüne Partei den Stadtrat auf zu prüfen, wie er die Wartezeit für die Fussgängerinnen und Fussgänger an den Ampeln im Stadtkern verkürzen kann. In seinem Bericht hielt der Stadtrat fest, dass er die Aufnahme einer expliziten Massnahme zur Verkürzung der Wartezeiten an der Kantonsstrasse für Zufussgehende abkläre. Weiter habe die Stadt Kriens mit dem Kanton Luzern eine Planungsvereinbarung für ein Betriebs- und Gestaltungskonzept für die Kantonsstrasse K4 im Bereich des Stadtkerns getroffen. Diese beinhaltet die durchgehende Fussverkehrsführung quer zur Strassenachse. Dabei werde sich die Stadt für verbesserte Querungsmöglichkeiten einsetzen.

Interpellation Portmann: Kriens braucht eine langfristige Finanzplanung!
In einer Interpellation stellte die SP Kriens Fragen zur langfristigen Finanzplanung. Der Stadtrat schreibt in seiner Antwort, dass er eine Ausweitung des Planungshorizonts als nicht zielführend erachtet.  Eine 10-Jahres-Planung würde auf sehr vielen
Schätzungen beruhen, die im Zeitverlauf rasch an Aussagekraft verlieren. Die öffentlichen Instanzen des Kanton Luzern arbeiten mit demselben Planungshorizont wie die Stadt Kriens. Längere Planungen bedeuten erhebliche zusätzliche Analyse, Abstim-mungs- und Berechnungen, mit einmaligen und wiederholten Kosten.

Interpellation: Wagenburg – wird hier eine illegale Besetzung nachträglich legitimiert?
Die SVP stellt einer Interpellation 14 Fragen zur Bewilligung der alternativen Wohnformen im Hinterschlund. In seiner Antwort hält der Stadtrat unter anderem fest, dass sich der gesetzliche Handlungs- und Verantwortungsbereich der Stadt Kriens auf die öffentlich-rechtlichen Belange, welche in dieser Sache durch die Baugesetzgebung und das Meldewesen beschränkt sind. Gleichzeitig hält der Stadtrat aber fest, dass er auch nach Ablauf der Bewilligungsfrist keine unbewilligten Umnutzungen des Areals duldet, welche die mittelfristige Entwicklung des Grundstücks gefährden oder gar verunmöglichen. In einer Vereinbarung mit der Stadt Luzern haben sich die Grundeigentümerschaft und die Stadt Kriens auf die bauliche Entwicklung der Parzellen Hinterschlund, als auch Grabenhof geeinigt.

Interpellation Le Grand: Grenzüberschreitendes Verhalten und zunehmende Gewalt an Krienser Sekundarschulen
In einer überparteilichen Interpellation wurde Fragen zur Gewalt und Vandalismus an Krienser Sekundarschulen gestellt. In seiner Antwort hielt der Stadtrat unter anderem fest, dass eine Zunahme von grenzüberschreitendem Verhalten in den vergangenen Jahren feststellbar sei. Beleidigungen und Übergriffe gegenüber Lehrpersonen hätten zugenommen. Die bestehenden Strukturen seien zur Bewältigung von groben Regelverstössen seien nicht ausreichend. Die Wirksamkeit könne durch ergänzende Interven-tionsformen erhöht werden, beispielsweise mit einem konsequenten Case Management bei Mehrfachauffälligkeiten. Darüber hinaus würde ein flächendeckendes Präventionskonzept und umfassende Schu-lungen wirksam unterstützen. Dieses wird für das Schuljahr 2026/2027 erstellt werden.

Interpellation Stocker: Billettsteuer-Einnahmen und Verwendung im Jahr 2024
Die FDP wollte in einer Interpellation wissen, wie hoch die Einnahmen der Billettsteuer im Jahr 2024 waren und wie sie verwendet wurden. Der Stadtrat schreibt, dass für das Jahr 2024 Einnahmen für die Billettsteuer von Fr. 180'000.00 budgetiert wurden, die effektiven Einnahmen lagen hingegen bei Fr. 71'369.65. Die Verwendung der Einnahmen sei nicht zweckgebunden. Viele Veranstaltungen erreichen die steuerpflichtigen Besuchereinnahmen über Fr. 10'000.00 nicht. Diese Erkenntnis wurde bei der Eingabe des Budget 2025 berücksichtigt. Es sind nun tiefere Einnahmen von Fr. 100'000.00 für das Jahr 2025 budgetiert. Mit der Eröffnung der Pilatusarena im Oktober 2025 zählt der Stadtrat darauf das Budget erreichen zu können.


Fragestunde
In der Fragestunde hat der Stadtrat Fragen aus den Reihen des Einwohnerrates beantwortet.


Politische Vorstösse
Folgender Vorstoss wurde nicht an den Stadtrat überwiesen und ist damit erledigt: 
•    Postulat Bucher: Waldkindergarten für Kriens

Folgende Vorstösse konnten wegen Zeitmangel nicht behandelt werden, sie werden für die nächste Sitzung vom 11. Dezember 2025 traktandiert: 
•    Interpellation Koch: Renggloch - Der Weg ist gesperrt!
•    Postulat Kaufmann: Verstärkte interkommunale Zusammenarbeit in der Jugendarbeit im öffentlichen Raum
•    Postulat Lengwiler: Ermöglichung von e-nextbike in Kriens – attraktive Erschliessung vom Obernau und Sonnenberg
•    Postulat Kobi: «Kriens wird Grünstadt»
•    Interpellation Lisibach: Vandalismus an Krienser Schulhäusern und öffentlichen An-lagen
•    Postulat Lengwiler: «Open Government Data – Gesellschaftlicher Mehrwert mit Sig-nalwirkung»
•    Postulat Piras: Krienser Sonnenkraft – lokal erzeugt, lokal genutzt!
•    Postulat Bucher: Sonderschule integriert oder extern in Kriens
•    Interpellation Portmann: Wie gut passt das Krienser Führungsmodell zu den steigenden Anforderungen aus Finanzhaushaltsreglement und Gemeindeordnung?
•    Postulat KBVU: Jetzt Weichen stellen: JA für den Durchgangsbahnhof Luzern und eine Bahn Anbindung Kriens
•    Interpellation Bucher: «UEFA Women's EURO 2025 - Mehrwert für Kriens erreicht?»

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